Über
den Sinn von Ausstellungen
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teilweise
zitiert aus Peter Beyersdorfs "Dein Hund auf Ausstellungen"
(Paul Parey-Verlag)
Informationen
für die Zucht
Auf
Ausstellungen, und ganz besonders auf den großen Internationalen,
erhalten die Züchter sehr wertvolle Hinweise für ihre eigene Zucht.
Nicht nur, dass sie durch das Richterurteil erfahren, wo sie mit ihren
Hunden stehen und wie diese Hunde im Rahmen des gegenwärtigen
Zuchtniveaus einzuordnen sind; durch die Beobachtung anderer vorgeführter
Hunde erhalten sie beispielsweise auch Anregungen für neue
Verbindungen. Um dies erkennen zu können, sind allerdings sehr
intensive Kenntnisse über die verschiedenen Blutlinien notwendig.
Jeder Züchter erfährt nämlich in seiner Laufbahn sehr bald, dass es
keineswegs damit getan sein kann, irgendeine, vielleicht sogar mittelmäßige
Hündin mit einem hoch prämierten Champion zu paaren, um daraus dann
hochwertige Nachzucht zu erhalten. So einfach ist es - zum Glück - in
der Genetik nicht. Hier gibt es keine Patentrezepte, hier sind
vielmehr genaues Wissen über die Zusammenhänge in den Ahnenreihen,
Beobachtungen über Vererbung und damit nahezu wissenschaftliches
Vorgehen notwendig.
Theoretisches
Wissen und praktische Erfahrung sind also für den Züchter nötig -
und die praktische Erfahrung erhält er nicht zuletzt auf
Ausstellungen.
Neue
Aspekte
Die hohen
Meldezahlen bei den Internationalen Schauen, aber auch bei den
Spezialzuchtschauen der einzelnen Vereine, machen deutlich, dass die Züchter
auf diesen Ausstellungen nur noch einen Teil der dort vertretenen
Aussteller ausmachen - manchmal sogar, wie den Katalogen zu entnehmen
ist, einen geringeren Teil.
Hundeausstellen
ist für viele Zeitgenossen nämlich zu einer Freizeitbeschäftigung
geworden. Immer mehr Hundefreunde finden Gefallen daran, mit ihrem
vierbeinigen Genossen auf Reisen zu gehen - vorausgesetzt natürlich,
der Hund ist von seinem Erscheinungsbild her soweit in Ordnung, dass
er in seiner Rasse konkurrieren kann.
Man sollte
die große Gruppe der Liebhaber-Aussteller nicht unterschätzen. Sie
sind es nämlich inzwischen, die so mancher Ausstellung entscheidende
Akzente geben können; oft befinden sich hervorragende Vertreter ihrer
Rasse in der Hand von Privatpersonen, die keine züchterischen
Ambitionen haben und die von dem Züchter, von dem ihr Hund stammt,
zum Besuch einer Ausstellung ermutigt wurden. Und gar nicht selten
kommt es dann vor, dass ein solcher Hund in der Konkurrenz ganz vorn
landet - was natürlich völlig richtig ist, denn es soll ja allein
der Hund und nicht der eventuell sehr bekannte Züchter bewertet
werden.
Es gibt
solche Aussteller, die aus Freude an der Sache im In- und Ausland
herumreisen, dabei Städte und Menschen kennen lernen, die ihnen und
denen sie nie begegnet wären. Sie verbinden dann oft auch den Urlaub
mit Reisen zu Ausstellungen, planen lange voraus und sind eigentlich
überall immer wieder anzutreffen.
Ausstellen
ist auch Sport
Viele
Aussteller sehen die Schauen zu einem guten Teil als Sport an: Es ist
der Ort, wo sich die besten der Rassen im Wettstreit um Formwerte,
Platzierungen und Siegertitel messen. Der Begriff
"Hundesport" hat daher fast zwangsläufig seinen Einzug in
die moderne kynologische Szene gehalten. Da es bei diesen
hundesportlichen Wettbewerben allerdings nicht um Sekunden oder Weiten
geht, sondern um die Prämierung des Rassebesten, behalten die
Ausstellungen auch unter den Bedingungen einer veränderten Zeit und
andersartiger Zusammensetzungen der Teilnehmer ihren auf die Zucht
ausgerichteten praktischen Wert: Vor allem die Besten nämlich - ob
sie nun im Besitz des Züchters oder ob sie in Privathand sind -
sollten in der Zucht dazu beitragen können, dass sich das Niveau der
Rasse verbessert oder zumindest hält. Allein aus diesem Hinweis
ergibt sich die große Verantwortung des Richters für den Bestand
einer Rasse.
Werbung
für den Rassehund
Ohnehin
sollte das Stichwort "Werbung" - und zwar Werbung für den
Rassehund - im Zusammenhang mit den Ausstellungen nicht unterschätzt
werden. Der VDH hat daraus die richtige Konsequenz gezogen. Auf den
von ihm durchgeführten Ausstellungen gibt es nicht nur einen
Informationsstand des VDH selbst, sondern die meisten der dort
vertretenen Vereine oder Klubs haben selbst solche Informationsstände
organisiert, an denen alles Wissenswerte über die jeweilige Rasse,
Adressen von Kontaktpersonen, Hinweise auf Züchter,
Informationsmaterial über die Hunde selbst und alles andere zu
erhalten ist, was einen potentiellen Käufer eines solchen Hundes
interessieren könnte.
Die
Vereine und der VDH selbst geben sich deswegen so viel Mühe mit
Information und Aufklärung, weil dies der einzig sinnvolle Weg zu
sein scheint, dem wilden Hundehandel entgegenzutreten. Oft ist nämlich
die Enttäuschung derer groß, die an der verkehrten Stelle, also
nicht beim Züchter eines Rassehundevereins - einen Hund gekauft haben
und nun mit einem mal nicht zu einer Prüfung oder einer Ausstellung
eines Klubs gehen können.
Da die
Praktiken in jenen Zweigen des Hundehandels oft genug zu schlimmen
Auswüchsen geführt haben, kann es nur begrüßt werden, dass der VDH
und die Rassehundevereine dieser Aufklärungsarbeit immer größere
Beachtung und Aufmerksamkeit widmen.
Die
Hundeausstellung ist keine Verkaufsausstellung für Hunde; grundsätzlich
sind Ausstellungen - wenn man einmal von den beschriebenen züchterischen
Anliegen absieht - eine große Werbung für den Rassehund, den Hund
also mit einwandfrei nachweisbarer Herkunft, der nach menschlichem
Ermessen von einem verantwortungsbewussten Züchter bei der Aufzucht
mit allem Notwendigen versorgt wurde, erhalten hat und der - wie es
bei den allermeisten Vereinen inzwischen üblich ist - aufgrund einer
Tätowierung jederzeit identifiziert werden kann.
Ausstellungen
sind also zuchtfördernde Einrichtungen, Hundesport - auch im Sinne
eines Hobbys und der Freizeitgestaltung von immer mehr
Gelegenheitsausstellern, der Ort für zahlreiche interessierte
Zuschauer, sowie auch Werbeveranstaltungen der Rassehundevereine und
der VDH.
Kopie einer interessanten Information der
LG Bayern
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